Kreislaufwirtschaft

Die Kreislaufwirtschaft beschreibt die Verwendung eingesetzter Rohstoffe für die Herstellung eines Produktes über dessen Lebenszyklus hinaus. Ziel ist die wieder vollständige Rückführung der eingesetzten Rohstoffe in den Produktionsprozess zur Ressourcen- und Umweltschonung. Zentraler Bestandteil der Kreislaufwirtschaft ist das Recycling von Gütern und Waren beziehungsweise Baustoffen und Abfällen, um aus diesen Sekundärrohstoffe zu gewinnen oder -waren herzustellen. Darüber hinaus können recycelte Güter und Abfälle für andere Zwecke verwendet werden – beispielsweise den Bergversatz.

 

Kreislaufwirtschaft im Überblick:

  • Die Kreislaufwirtschaft beschreibt die Wiederverwendung von Gütern beziehungsweise deren Rohstoffen zur Erzeugung von Sekundärprodukten oder -baustoffen.
  • Für das Recycling ergeben sich nicht nur ökologische und soziale Gründe, sondern zunehmend auf ökonomische sowie räumliche mit Blick auf die Deponieknappheit in vielen Bundesländern.
  • Die Kreislaufwirtschaft wird sowohl auf nationaler als auch auf europäischer bzw. internationaler Ebene gefördert.
  • Im deutschen Recht ist das Kreislaufwirtschaftsgesetz maßgeblich, das unter anderem eine Pflichtenhierarchie für die Verwertung von Abfällen definiert.

Kreislaufwirtschaft Definition und Hintergrund

Die Kreislaufwirtschaft wird als Zyklus beschrieben, der die Produktion von Gütern durch Einsatz von Rohstoffen über die Verbreitung und die Verwendung durch den Verbraucher bis zurück zum Verwerter und zur Herstellung von Sekundärprodukten beschreibt. Im Gegensatz zur Linearwirtschaft (gerne auch als „Wegwerfwirtschaft“ bezeichnet) soll so die Lebensdauer von Rohstoffen verlängert und nicht einfach deponiert oder verbrannt werden.

Hintergrund zur Kreislaufwirtschaft ist zum einen das Problem, dass die Ressourcen auf der Welt endlich sind und in einigen Jahrzehnten oder Jahrhunderten aufgebraucht sein werden. Zum anderen wird der zur Verfügung stehende Raum zur Deponierung nicht wiederverwertbarer Rohstoffe und Güter knapper. Nach dem Vorbild des Stoffkreislaufs der Natur versucht die Kreislaufwirtschaft Abfälle sowie Emissionen zu reduzieren. Weiterhin besinnt sich dieses Prinzip auf das ursprüngliche menschliche Wirtschaften, bei dem es ganz selbstverständlich war, dass Produktionsreste Abfälle (z. B. Ausscheidungen von Nutztieren oder Küchenabfälle) zurückgeführt wurden – etwa zum Düngen des Ackers. Man bezeichnet dies auch als „Cradle-to-Cradle“-Prinzip – von der Wiege in die Wiege.

Nach dem Konzept des britischen Wirtschaftswissenschaftlers David W. Pearce, der die moderne Kreislaufwirtschaft 1990 erstmals definierte, geht es um ein nachhaltigeres Wirtschaften – um die Umwelt weniger als Deponie und Rohstofflieferant beanspruchen zu müssen.

Kreislaufwirtschaftsgesetz im deutschen Abfallgesetz

Das Prinzip der Kreislaufwirtschaft ist im deutschen Abfallgesetz definiert – als Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG). Ziel und Zweck des Kreislaufwirtschaftsgesetzes ist nicht nur die Ressourcenschonung und der Schutz von Umwelt und Menschen, sondern auch die Förderung des Recyclings und anderer Möglichkeiten der stofflichen Abfallverwertung. Nach §1 KrWG wird weiterhin die Sicherung der umweltverträglichen Bewirtschaftung von Abfällen als Ziel genannt. Das betrifft unter anderem die Vernichtung von Schadstoffen in Abfällen sowie deren isolierte Lagerung. Grundsätzlich sieht das Kreislaufwirtschaftsgesetz auch die konsequente Vermeidung und Verwertung von Abfällen generell in der Produktion von Waren sowie im Konsum vor. Unternehmen sind daher auch angehalten, ressourcenschonend zu produzieren – etwa mit weniger Verpackung – und die Verbraucher bewusster zu konsumieren.

Zur Erreichung der Ziele schafft das Kreislaufwirtschaftsgesetz eine Pflichtenhierarchie für den Umgang mit Abfällen.

  1. Vermeidung von Abfällen
  2. Energetische und stoffliche Verwertung von nicht vermeidbaren Abfällen
  3. Ordnungsgemäße Beseitigung von nicht verwertbaren Abfällen
  4. Beseitigung statt Verwertung, wenn die Abfallbeseitigung umweltverträglicher ist

Das bedeutet: Sofern sich Abfall nicht vermeiden lässt, sollte er nach Möglichkeit wieder in den Produktionsprozess rückgeführt werden. Ist ein Recycling nicht möglich, gilt es den Abfall (möglichst frei von Schadstoffen) zu beseitigen. Das gilt insbesondere dann, wenn eine Verwertung der Abfälle mehr Umweltschäden erzeugen oder Ressourcen verbrauchen würde als die Beseitigung selber.

Das Kreislaufwirtschaftsgesetz wird sowohl von EU-Richtlinien als auch bundesweiten Bestimmungen – etwa Der Deponieverordnung, der Bioabfallverordnung und der Versatzverordnung – und zusätzlichen Anforderungen der jeweiligen Bundesländer ergänzt. Ausgenommen von den Regelungen des Kreislaufwirtschaftsgesetzes ist das Beseitigen von Tierkörpern und tierischen Nebenprodukten, Bergbauabfällen, Kampfmittel sowie gasförmige Stoffe, die nicht in Behälter gefasst sind.